Vaterstolz

Nun schreiben wir das Jahr 1935. Von Tag zu Tag, von Woche zu Woche ist es schlechter geworden. Manchen Tag sitze ich daheim und nichts zu tun. Der Schlaf flieht jetzt oft des Nachts, was ich sonst nie gekannt habe. Wenn man jetzt schon, im besten Mannesalter, auf die Almosen der Kinder angewiesen ist, und man hat noch einen Funken Charakter im Leibe, so frißt das am Menschen.
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1934 - Großvater

Im Jahr 1931 wurde mein Sohn Werner ab 1.Juli Stellungslos. Hatte also nur noch die Tochter Hildegard Verdienst. Werner erhielt am 1.Juli 33 wieder seine Stellung in seiner alten Firma. So würgte man sich eben durch. So kam das Jahr 1934 heran welches in meine Familie zwei Ereignisse brachte.

Das erste war weniger erfreulicher Art. Meine Tochter Hildegard hatte ein Verhältnis. War ja auch bald 23 Jahre alt. Wie es so im Leben ist, das Verhältnis blieb nicht ohne Folgen. Als mir meine Frau dieses im Juni 1933 offenbarte, mußte ich meine ganze Energie und Kraft aufbieten, um meine Nerven zu behalten. Ich habe es nie bis heute merken lassen, wie ich unter dieser Sache leide.

Hildegard, Marie, Brunhilde, Oma Schuster

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Nachbarstreit

Neben meiner Unterstützung, welche ich bezog, habe ich Instrumentenbau und Reperatur auf Grund meines Gewerbescheines mit ausgeführt und auch solche Verdienste beim holen der Unterstützung gemeldet.

Aber ein Sprichwort sagt: “Es kann der beste Mensch ja nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.” Das mußte ich gründlich erfahren. Und einen solchen bösen Nachbarn hatte ich neben uns wohnen. Obwohl der Mann sonst in seinem Fache äußerst tüchtig und geschickt war, auch die schönsten Stellen innehatte, war er doch gewissermaßen arbeitsscheu.
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