Oktober 1967

Während des Besuches der Anna, aus Markneukirchen, betr. Mutters Geburtstages waren wir auch nach Ostberlin mit Schwägerin Anna gefahren. Bei einem Rundgang durch Berlin (Karl-Marx-Allee, Alexanderplatz, an der Mauer vorbei, Brandenburger Tor, Unter den Linden usw.) stürtzte Anna und verletzte sich an der Oberlippe sehr. Sarke Blutung. Zum Glück kein Zahnschaden. Heilung jedoch ziemlich lange.

Oktober: Mutter ist schon längere Zeit nicht wohl. Mitte Sept. hatte sie leichte Herzbeschwerden. Danach Nervenzusammenbruch. Schon vor Jahren einigemale. Der Ärztin gefällt das Herz garnicht. Das Blutbild soll gut sein welches gemacht wurde.

Hier endet das Tagebuch von Bernhard Zimmer.

Er verstarb am 11.März 1968 nach einer Grippeerkrankung.

Seine Frau, Marie Zimmer, verstarb am 17.Juli 1976.

Bernhard Zimmer in seiner Werkstatt, Lutherstrasse, Leipzig

1967

Das Jahr 1967 meldete sich nun wieder mit Silvesterlärm an wie immer. Die Tage vergingen wieder im ewigen Gleichmaß. Ostern war vorüber und Mutters Geburtstag am 15.April kam heran.

Bernhard und Marie Zimmer

Es war der 80. Auch ein schönes Alter. Und was hat Mutter in all der langen Zeit wohl alles geleistet. Man muß einer solchen Gattin äußerst dankbar sein. Zu Mutters Geburtstag kam auch ihre Schwester Anna zu Besuch aus Markneukirchen.
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Enkel und Urenkel

Bisher habe ich es unterlassen, etwas über unsere Enkelin Karin und die Urenkel Uwe, Lutz und Ingo zu erwähnen.

Fange ich also mit Karin an. Sie wurde am 22.August 1952 in Konstanz geboren. Im Juli 1955, also 3 jährig, besuchte sie uns mit ihrem Vater. Ihr ganzes Wesen damals bestand nur aus Lachen und Rumtollen. Die 14 Tage gingen damals zu schnell vorüber. Die Reise ging dann von uns nach Köln für einige Tage zu Hilde und Hans.
1961 sahen wir sie erst wieder, 9 jährig. Durch die erbärmliche Berliner Mauer wurde es dann unmöglich nach Konstanz zu reisen.
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1966

Das Jahr 1966 ist nun angebrochen. Was wird es bringen? Viel besseres wohl nicht als das alte Jahr. Man sagt immer: „Lassen wir uns überraschen.“ Hoffentlich nur angenehm. Die Hauptsache ist, daß wir im Sommer wieder zu unseren Kindern reisen können.

Im Februar, am Montag dem 21. siedelten unsere Enkelin Brunhilde, also die ganze Familie Schramm nach Berlin über, da ja Jürgen dort im Ministerium für Kultur und Wissenschaft ist, seit etwa 1 1/2 Jahren. So lange währte die Wohnungsangelegenheit. Bis heute, dem 10.August waren wir bereits 3 mal dort durch besondere Anlässe.
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1965 – Köln und Konstanz

1965 – Auf Grund der Bestimmung vom Sept. 64 haben wir am 27.April den Antrag auf Interzonenpass für die Zeit vom 9.6. bis 6.7. gestellt. Es gab nicht mehr als 28 Tage. Und zwar nach Köln zur Hildegard. Es war so beschlossen, daß 14 Tage für Köln und 14 Tage für Konstanz bei Werner mit Familie sind.

Köln wurde geteilt in 2 mal 7 Tage, da wir ja von dort aus wieder zurückreisen mußten über Öbisfelde. Also am 9.6. früh 8 Uhr fuhren wir in Leipzig ab und waren abend 16.45 in Köln. Ab Bielefeld nur Regen und Gewitter bis Köln. In Köln waren wir dann von Hilde und Hans freudig empfangen, mit Auto heim. Da haben wir eine wirklich nette Häuselwohnung im III.Stock kennen gelernt. Aber damit wir ja den Fußbodenbelag (Teppich, Läufer) nicht beschmutzten mußten wir gleich an der Korridortür die Schuhe ablegen und Latschen anziehen. Na ja, soll also gut sein. (Bei Werner brauchte man dies nicht.)
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Weihnachten 1964

1964 – am 26.12. — Dieses Jahr verlief so bis Anfang Herbst in ewigem Gleichnis. Im Sommer, Mitte Juni bis Anfang Juli, reisten wir nach Markneukirchen. Es waren wieder einige schöne Tage in der Heimat, wo ich auch meine 79 Jahre vollendete.

Im September kam plötzlich die Bestimmung heraus, daß alte Leute im Rentenalter, ab 65 Jahre Männer, 60 Jahre Frauen, nach Westdeutschland reisen dürfen zu Kindern und Verwandten. Dies ermutigte uns wieder etwas. Aber kann man den (bestimmten) Leuten Vertrauen schenken. Man ist so oft enttäuscht worden. Nun warten wir auf den Sommer 1965, daß es da vergönnt sein möge, zu den Kindern zu reisen.
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1963 – Keine Wiedervereinigung

1963 – 29.6. Heute sind nun schon 2 Jahre vergangen, daß Mutter und ich zu Werner und Familie nach Konstanz reisten. Wie doch die Zeit vergeht. Nach jeder Stunde sagten wir um diese Zeit waren wir da oder dort. Wie gern würden wir nochmal zu unseren Kindern, auch nach Köln zu ihnen, fahren. Aber die Dickfelligkeit von Leuten schlagen es immer wieder ab, uns als alten Personen dies noch einmal zu gönnen. Denn Mutter ist 76 Jahre und ich nun heute am 29.6. schon 78 Jahre. Und gleichzeitig 54 Jahre glückliche Ehe.

Es wird einem viel von Frieden und Zusammenkommen (Wiedervereinigung) geredet, bei jeder Scheißkleinigkeit. Aber von irgend einem Nachgeben ist nie die Rede. Ich wünsche allen hüben und drüben Tod und Teufel. Soll man alle Deutschen selbst bestimmen lassen wohin, da würden viele ihr blaues Wunder erleben. Aber den Glauben an schöne Wunder soll man nicht verlieren. Möge es uns, Mutter und mir, vergönnt sein, noch manches Jahr zusammen zu sein.

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